
Sculptural work, photographical and textual documentation
Eesti Kunstiakadeemia, Tallinn, Estonia
2025-01 Ein Apokalyptischer Begleiter.
Mit hungrigem, leeren und offenen Bauch. Alles verfütterbar an diesen Begleiter. Wir kommen durch die Welt zusammen. Ich begleite mein Tier, und mein Tier mich.
Mit seinen staksigen Beinen navigiert es durch die Landschaft, und hat besonderen Hunger nach vergessenem, um das Vergessene zu verdauen und ein Stück des Weges zu tragen, vielleicht.
Die Reste des menschlichen Lebens und die der Natur können wir mitnehmen, die Dinge im Magen zusammenbringen.
Entlang des Weges gibt es dann eine komplett vage Geschichte, vielleicht eine, bei der sich zeigt wie ich doch mit Menschen in Kontakt kommen kann, obwohl ich mich mehr als abgeschlossener denn als durchlässiger Kosmos wahrnehme...? Traue ich mich das denn, so unterwegs zu sein? Ich seh mich dabei sehr alleine...





2025-01
Dem alten Wesen in meinem Hof begegnet mein sehr junges stählern-betonernes Wesen mit urbanem Unwissen. Von Beobachtungen wissen wir, dass er wahrscheinlich in Gefahr ist, oder es ihm nicht gut geht. Die Gruppe an Männern, die um ihn herum standen und ihn mit einem Hammer beklopften, sahen sehr gewillt aus, ihn eines Tages zu beseitigen. Auch all das faule Holz um ihn herum, die modrigen Stücke, lösen in mir Fragezeichen aus. Ich fühl mich wie ein Kind. “Äh, was ist das Für ein Baum? Lebt er noch, woher kommt hier bitte dieses tote Holz auf der Seite?“
Ich frage mich wie alt der Baum ist.


2024-11
...Herbeiträumen was aller Wahrscheinlichkeit nach sein wird, wenn nur genug Zeit verstreicht:
Das Heim kommender Tage, die Häuser, Straßen und Vehikel für diejenigen, die wir dann vielleicht nicht mehr sind, die wir dann sein werden.
Unklare, unscharfe Gebilde. Sie versprechen nicht länger Schutz und Abkehr, kein Drinnen und Draußen. Sie grenzen sich nicht mehr ab und ruhen sich aus auf unhaltbaren Unterschieden zwischen Natur und Kultur. Sie sprechen zu uns in einer Sprache von Vielleicht, von Hingebung und Möglichkeiten. Vielleicht bist du hier zuhaus, vielleicht bleibt der Wind draußen. Möglicherweise bringt dich das Gefährt an dein Ziel, doch du tust ohnehin besser daran keine allzu scharfe Vorstellung von dem Ort zu haben an den du willst – denn: Dieser Ort ist aller Wahrscheinlichkeit nach anders als du denkst.




Das Auto der Zukunft. Hier steht es also. Ein neuer Kandidat auf Rettung der Menschheit, wenn das Wort funktionieren seiner
Bedeutung beraubt worden ist.
Unsere Fahrzeuge lernen nicht das Fliegen in der Zukunft. Sie lernen das Gehen, und wir lernen, dass sie Verdauen.
Der Motor des Autos ist grasig und klamm, aus ihm ragen Röhren empor, tönen lautstark und betäubend – doch die Schallwellen überlagern sich, und löschen sich so gegenseitig aus. Nur einige wenige Spalten bleiben im Raum, an denen das Zischen und das Donnern hervorblitzt. Die Ohren müssen sie im richtigen Winkel treffen...


dass wir aus bestehendem bestehen,
dass wir collagiert sind und collagieren,
und das wissen müssen um uns zu ergründen
dass der zerfall ertastet werden kann und soll;
das.
vielleicht die nächsten zehn jahre nichts tun
als herauszufinden woraus ich diese knochen,
aus denen ich meine struktur erwachsen lasse,
machen kann und
sie als system akzeptieren und verwenden
sie rosten lassen und ausgießen, abformen
sie besticken, mit erde füllen und bewachsen lassen
oder sie aus glas
oder aus beton herzustellen
(ich wär gerne ein moos vielleicht
wär gerne ein baum, vielleicht... )

Sculptural work, photographical and textual documentation
Eesti Kunstiakadeemia, Tallinn, Estonia
2025-01 Ein Apokalyptischer Begleiter.
Mit hungrigem, leeren und offenen Bauch. Alles verfütterbar an diesen Begleiter. Wir kommen durch die Welt zusammen. Ich begleite mein Tier, und mein Tier mich.
Mit seinen staksigen Beinen navigiert es durch die Landschaft, und hat besonderen Hunger nach vergessenem, um das Vergessene zu verdauen und ein Stück des Weges zu tragen, vielleicht.
Die Reste des menschlichen Lebens und die der Natur können wir mitnehmen, die Dinge im Magen zusammenbringen.
Entlang des Weges gibt es dann eine komplett vage Geschichte, vielleicht eine, bei der sich zeigt wie ich doch mit Menschen in Kontakt kommen kann, obwohl ich mich mehr als abgeschlossener denn als durchlässiger Kosmos wahrnehme...? Traue ich mich das denn, so unterwegs zu sein? Ich seh mich dabei sehr alleine...





2025-01
Dem alten Wesen in meinem Hof begegnet mein sehr junges stählern-betonernes Wesen mit urbanem Unwissen. Von Beobachtungen wissen wir, dass er wahrscheinlich in Gefahr ist, oder es ihm nicht gut geht. Die Gruppe an Männern, die um ihn herum standen und ihn mit einem Hammer beklopften, sahen sehr gewillt aus, ihn eines Tages zu beseitigen. Auch all das faule Holz um ihn herum, die modrigen Stücke, lösen in mir Fragezeichen aus. Ich fühl mich wie ein Kind. “Äh, was ist das Für ein Baum? Lebt er noch, woher kommt hier bitte dieses tote Holz auf der Seite?“
Ich frage mich wie alt der Baum ist.


2024-11
...Herbeiträumen was aller Wahrscheinlichkeit nach sein wird, wenn nur genug Zeit verstreicht:
Das Heim kommender Tage, die Häuser, Straßen und Vehikel für diejenigen, die wir dann vielleicht nicht mehr sind, die wir dann sein werden.
Unklare, unscharfe Gebilde. Sie versprechen nicht länger Schutz und Abkehr, kein Drinnen und Draußen. Sie grenzen sich nicht mehr ab und ruhen sich aus auf unhaltbaren Unterschieden zwischen Natur und Kultur. Sie sprechen zu uns in einer Sprache von Vielleicht, von Hingebung und Möglichkeiten. Vielleicht bist du hier zuhaus, vielleicht bleibt der Wind draußen. Möglicherweise bringt dich das Gefährt an dein Ziel, doch du tust ohnehin besser daran keine allzu scharfe Vorstellung von dem Ort zu haben an den du willst – denn: Dieser Ort ist aller Wahrscheinlichkeit nach anders als du denkst.




Das Auto der Zukunft. Hier steht es also. Ein neuer Kandidat auf Rettung der Menschheit, wenn das Wort funktionieren seiner
Bedeutung beraubt worden ist.
Unsere Fahrzeuge lernen nicht das Fliegen in der Zukunft. Sie lernen das Gehen, und wir lernen, dass sie Verdauen.
Der Motor des Autos ist grasig und klamm, aus ihm ragen Röhren empor, tönen lautstark und betäubend – doch die Schallwellen überlagern sich, und löschen sich so gegenseitig aus. Nur einige wenige Spalten bleiben im Raum, an denen das Zischen und das Donnern hervorblitzt. Die Ohren müssen sie im richtigen Winkel treffen...


dass wir aus bestehendem bestehen,
dass wir collagiert sind und collagieren,
und das wissen müssen um uns zu ergründen
dass der zerfall ertastet werden kann und soll;
das.
vielleicht die nächsten zehn jahre nichts tun
als herauszufinden woraus ich diese knochen,
aus denen ich meine struktur erwachsen lasse,
machen kann und
sie als system akzeptieren und verwenden
sie rosten lassen und ausgießen, abformen
sie besticken, mit erde füllen und bewachsen lassen
oder sie aus glas
oder aus beton herzustellen
(ich wär gerne ein moos vielleicht
wär gerne ein baum, vielleicht... )